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10:44 PM

Es ist unvorstellbar wie weit weg ich von zu Haus bin. Als ich noch da war, habe ich es gehasst. Die Häuser. Die Menschen. Die Negativität die ich mit meiner alten Wohnung, der Umgebung und der Luft dort verband, war so stark, dass ich alles hingeworfen habe und hier her gekommen bin. Es ist das erste Mal, dass ich meinen Vater vermisse. Es ist das erste Mal, dass ich mich vermisse. Wenn ich jetzt zurück denke, war alles so einfach. Ich hatte meine Freunde. Meine Liebe. Ich hatte alles. Hat vielleicht genau das weh getan? Als Kind hatte ich nichts. Ich wollte immer alles. Ich fühle mich ziemlich leer. Ziemlich allein. Ich habe hier Freunde, so ist es nicht. Ms. Whatever, Mr. Whatever und Mr. Hi. Ich nenne Mr. und Ms. Whatever zusammen, weil sie zusammen sind. Ich weiß wie es ist, verliebt zu sein. Ich weiß, wie es ist, jemanden gefunden zu haben, auf den man immer gewartet hat, es aber nie wusste. Eine Person die da ist und plötzlich etwas in dir füllt, das schon immer leer war. Und man denkt man ist zu zweit unschlagbar und ganz allein auf der Welt. Dann fängt man an, dasDrumherum zu vergessen und man schafft sich eine Welt die sehr einsam ist, wenn der Partner sie verlässt. Aber ich möchte gar nicht darauf eingehen, Mr. und Ms. Whatever sind gern zu zweit, sagen wir es so. Also habe ich hier Mr. Hi an meiner Seite, der mir schon fast etwas Leid tut, weil ich echt anstrengend sein kann. In wie fern anstrengend? Nun, ich kann beispielsweise einfach nicht mit Geld umgehen. Eigentlich das dümmste, dann ein FREIWILLIGES, soziales Jahr machen zu wollen. Aber naja, jedenfalls muss er mir oft etwas leihen, sich meine Probleme anhören, auch wenn ich versuche sie so gut es geht für mich zu behalten. Er hat mich in der Silvesternacht von der Kommune abgeholt, das ist Freundschaft.Ich habe das Gefühl, allmählich das Kind in mir zu verlieren. Alle paar Monate ein Stück mehr, seit ich hier bin. Auf einer Seite ist es toll zu lernen, sich zu entwickeln, Dinge zu erkennen die nicht Sichtbar waren. Doch auf der anderen Seite lässt dich das ernst werden, nachdenklicher. Du siehst alles von einer anderen Seite und wenn du dich wochenlang fragst, was mit dir los ist, erkennst du plötzlich, dass du erwachsener geworden bist? Naja, erwachsen wird sowieso niemand. Nur die jungen Menschen denken, dass man auswachsen kann. Nicht einmal körperlich ist das möglich. Der Körper altert jeden Tag. Doch man kommt irgendwann an einen Punkt an dem man sicher weiß, dass man reifer geworden ist. Das kann schmerzhaft sein, oder vielleicht ist es das ja immer? Ich bin 18 Jahre alt und weiß genau, dass da tausende von anderen Jugendlichen sitzen die verzweifeln und sich allein fühlen. Wir haben alle unseren Kopf voll mit Problemen, die wir uns selbst machen. Die im hintersten Eck unseres Kopfes drücken, weil wir sie schon so lang versuchen vor uns selbst zu verstecken. Wir haben so viel Gefühle und Emotionen. Jeden Tag aufs neue, sobald wir aufstehen fangen wir an zu kämpfen. Jeder für sich. Jeder gegeneinander. Dabei sollten wir füreinander da sein, uns Ratschläge geben, kommunizieren und darüber reden, was wir jetzt gerade fühlen. Über den Kummer reden, der uns mit seinen eiskalten langen Fingern versucht in die einsame Dunkelheit unseres Denkens zu reißen.
2.1.17 04:56
 


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